„Da stimmt etwas nicht.“
Dieser Satz fällt in Unternehmen häufiger, als man denkt – besonders in HR, Compliance und bei Geschäftsführungen.
Plötzlich gibt es Hinweise wie:
- auffällige Fehlzeiten oder Leistungsabfall
- Kunden, die „komisch“ abwandern
- Mitarbeiter, die nebenbei „irgendwas“ machen
- Gerüchte über Schwarzarbeit, Nebenjobs oder Konkurrenzaktivitäten
Das Problem: Ein Verdacht ist noch kein belastbarer Sachverhalt.
Wer zu früh reagiert (Abmahnung, Kündigung, öffentliche Vorwürfe), riskiert Arbeitsrechtsprobleme, Eskalation und Reputationsschäden. Wer zu spät reagiert, riskiert Umsatzverlust, Know-how-Abfluss und Kontrollverlust.
In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, wann ein Verdacht tragfähig wird, welche Warnsignale ernst zu nehmen sind und wie eine saubere Sachverhaltsaufklärung aussieht – strukturiert, diskret und im zulässigen Rahmen. (Keine Rechtsberatung.)
1) Die drei Klassiker – und warum sie oft verwechselt werden
Nebentätigkeit
Nicht jede Nebentätigkeit ist automatisch verboten. Entscheidend sind u. a. vertragliche Regelungen, mögliche Interessenkonflikte, Auswirkungen auf Arbeitsleistung und ggf. Wettbewerbsnähe.
Schwarzarbeit
Hier geht es meist um Tätigkeiten „am Arbeitgeber vorbei“ oder illegal/unangemeldet – häufig verbunden mit Zeitbetrug, Ermüdung, Sicherheitsrisiken oder Krankheitsphasen, in denen gearbeitet wird.
Wettbewerbsverstöße
Besonders kritisch: Tätigkeiten, die direkt oder indirekt gegen den Arbeitgeber wirken (z. B. Abwerben, Parallelangebote, Nutzung von Know-how/Kundendaten).
In der Praxis überlappen diese Themen. Deshalb braucht es früh einen klaren Rahmen: Welche Hypothese wird geprüft – und welche nicht?
2) Wann wird ein Verdacht „belastbar“?
Ein Verdacht wird dann belastbar, wenn er sich auf prüfbare Tatsachen stützt – nicht auf Bauchgefühl oder Flurfunk. Drei Kriterien helfen:
A) Wiederholung statt Einzelfall
Ein einzelnes Ereignis kann Zufall sein. Muster sind entscheidend:
- wiederkehrende Auffälligkeiten (zeitlich/örtlich)
- wiederholte Hinweise aus unterschiedlichen Quellen
- gleiche Abläufe, gleiche Personen, gleiche Kontaktpunkte
B) Widerspruch statt „komisches Gefühl“
Belastbar wird es, wenn es Widersprüche gibt, die sich objektiv prüfen lassen:
- Aussagen vs. nachweisbare Abläufe
- Zeiterfassung vs. beobachtete Präsenz
- Kundengespräche vs. nachweisbare Kontaktketten
- Krankmeldung vs. Aktivitäten, die nicht plausibel sind
C) Spur statt Story
Ein Verdacht trägt, wenn erste Spuren existieren, z. B.:
- belegbare Kontaktaufnahmen
- nachvollziehbare Timeline
- dokumentierte Auffälligkeiten (nicht: interpretierte Vermutungen)
Merksatz: Nicht „wer es war“ ist der erste Schritt, sondern ob überhaupt etwas ist – und wie man es sauber prüft.
3) Typische Warnsignale in Unternehmen (Praxisliste)
Nebentätigkeit / Nebenjob
- auffällige Verfügbarkeit (nie erreichbar, ständig „private Termine“)
- Leistungseinbruch zu bestimmten Zeiten
- wiederkehrende Ausreden bei Peak-Phasen
- ungewöhnliche Social-Media-Aktivität mit geschäftlichem Bezug (offene Quellen)
Schwarzarbeit / „Nebenbei-Projekte“
- Einsatz an Wochenenden/abends bei gleichzeitiger Übermüdung im Job
- wiederkehrende Krankmeldungen mit parallelen Aktivitäten
- Hinweise aus dem Umfeld (Kunden/Lieferanten/Branchenkontakte)
Wettbewerbsverstöße / Konkurrenzaktivitäten
- Kunden wandern „zu schnell“ und „zu gezielt“ ab
- Angebote/Preisgestaltung wirken auffällig ähnlich
- interne Informationen tauchen bei Dritten auf
- Abwerbeversuche im Team, neue „Kontakte“ aus der Branche
- Nutzung privater Kanäle für geschäftliche Kommunikation
Wichtig: Warnsignale sind keine Beweise. Sie sind Startpunkte für eine strukturierte Prüfung.
4) Saubere Sachverhaltsaufklärung: So wird aus Verdacht eine Faktenlage
Professionelle Aufklärung folgt einem einfachen Prinzip: Scope → Beweisplan → Timeline → Ergebnis.
Schritt 1: Scope festlegen (sonst wird es unverhältnismäßig)
- Zeitraum
- betroffene Prozesse (z. B. Vertrieb, Einkauf, Projektgeschäft)
- relevante Personen/Standorte
- klare Fragestellung: „Liegt eine unzulässige Nebentätigkeit / Schwarzarbeit / Wettbewerbsaktivität vor?“
Schritt 2: Beweisplan statt Aktionismus
Was ist prüfbar – und mit welchem Mittel?
- Dokumentierte interne Auffälligkeiten (Zeiten, Vorgänge, Abweichungen)
- Offene Quellen (OSINT) bei geschäftlicher Außendarstellung, Verbindungen, Firmengeflechten
- Vor-Ort-Prüfungen im zulässigen Rahmen, wenn erforderlich
Schritt 3: Timeline bauen
Eine Timeline macht Sachverhalte greifbar:
- wann traten Auffälligkeiten auf?
- welche Kontakte/Wechsel/Angebote gab es?
- welche Widersprüche sind prüfbar?
Schritt 4: Ergebnislogik
Ein belastbares Ergebnis beantwortet:
- Was ist gesichert?
- Was ist wahrscheinlich (mit Begründung)?
- Was ist unklar?
- Welche nächsten Schritte sind sinnvoll?
So vermeiden Sie „Überreaktion“ und schaffen Entscheidungsfähigkeit.
5) Häufige Fehler, die Fälle kippen lassen
❌ Zu früh konfrontieren
Direkte Vorwürfe ohne Faktenlage führen oft zu:
- Beweisvernichtung (Kanäle, Accounts, Geräte)
- abgesprochenen Aussagen
- Eskalation im Team
❌ Zu breit „ins Blaue“ prüfen
„Wir kontrollieren jetzt mal alle“ ist kein Plan – das ist Risiko. Ohne Scope entsteht schnell ein Compliance-Problem.
❌ Vermischung von HR-Maßnahmen und Aufklärung
Erst Fakten, dann Maßnahme. Wer das vertauscht, schwächt die eigene Position.
❌ Unsaubere Dokumentation
Wenn Zeitpunkte, Orte, Quellen und Abläufe nicht sauber dokumentiert sind, bleibt am Ende „Interpretation“.
6) Für wen das besonders relevant ist
- Geschäftsführung / Inhaber
- HR / People & Culture
- Compliance / Revision
- Legal / Kanzleien (arbeitsrechtliche Strategie)
- Schadenabteilungen / Versicherungen (je nach Fall)
7) Frankfurt/Rhein-Main – und deutschlandweit
Im Raum Frankfurt/Rhein-Main (Finanzen, Industrie, Logistik, Dienstleistung) sind Verdachtslagen rund um Nebentätigkeit, Schwarzarbeit und Wettbewerbsverstöße besonders häufig, weil:
- Märkte eng vernetzt sind,
- Kontakte schnell wirken,
- Informationen und Kundenbeziehungen einen hohen Wert haben.
Von Alzenau aus unterstützt Detektei Detegere Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet sowie deutschlandweit – diskret, strukturiert, mit dem Fokus: belastbare Fakten statt Gerüchte.
Fazit
Ein Verdacht wird belastbar, wenn er musterbasiert, widerspruchsfest und belegbar wird. Der Königsweg ist keine schnelle Reaktion, sondern eine saubere Sachverhaltsaufklärung: Scope, Beweisplan, Timeline, Ergebnislogik.
Wenn Sie einen Verdacht prüfen möchten, ohne intern unnötig Unruhe auszulösen:
📞 0049 170 2 48 12 78· ✉️ Oliver.peth@kriminalistik.info – diskrete Erstbewertung, Raum Frankfurt/Rhein-Main & deutschlandweit.
FAQ (SEO-Snippets)
Ist jede Nebentätigkeit ein Kündigungsgrund?
Nein. Entscheidend sind Vertrag, Interessenkonflikt, Wettbewerbsnähe und Auswirkungen auf die Arbeitsleistung. Prüfen Sie zuerst die Faktenlage.
Was ist der beste erste Schritt bei Verdacht auf Schwarzarbeit?
Scope festlegen und Spuren sichern: interne Auffälligkeiten dokumentieren, Timeline erstellen, dann gezielt prüfen – statt voreilig zu konfrontieren.
Wie erkennt man Wettbewerbsverstöße im Vertrieb?
Auffällige Kundenabwanderung, ungewöhnlich ähnliche Angebote und untypische Kontaktmuster sind Warnsignale. Belastbar wird es durch eine nachvollziehbare Timeline und belegbare Kontakt-/Informationsspuren.



